„Geschichte darf sich nicht wiederholen“

Gedenkstätte Berliner Mauer: Gedenkinstallation für Fluchtopfer. Bild vergrößern Gedenkstätte Berliner Mauer: Gedenkinstallation für Fluchtopfer. (© dpa) Sie riss Familien und Freunde auseinander, spaltete fast 30 Jahre lang Berlin und das ganze Land und galt als Symbol des Eisernen Vorhangs: Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 begann die gewaltsame Teilung Deutschlands. Zum 50. Jahrestag des Mauerbaus wird in diesen Tagen an verschiedenen Orten an dieses einschneidende Ereignis der deutschen Zeitgeschichte gedacht. Die offizielle Gedenkveranstaltung fand am 13. August 2011 in der Gedenkstätte Berliner Mauer in Berlin statt. Der zentrale Erinnerungsort im Zentrum der deutschen Hauptstadt liegt entlang des ehemaligen Grenzstreifens an der Bernauer Straße. Er dokumentiert die Geschichte des Mauerbaus und informiert über die Auswirkungen der deutschen Teilung.  

 

Bei der Gedenkveranstaltung wurde den Opfern von Mauer und Teilung in einer Schweigeminute gedacht. Auf einer „Infomeile der Zeitgeschichte“ konnten sich Besucher über die Arbeit von Opferverbänden, Grenzlandmuseen, Gedenk- und Erinnerungsstätten sowie zahlreicher weiterer Initiativen und Einrichtungen informieren. Bundespräsident Christian Wulff erinnerte in seiner Rede an einen „verhängnisvollen Tag unserer deutschen Geschichte“. Der Bau der Mauer mitten durch Berlin sei ein „drastisches Symbol der kommunistischen Zwangsherrschaft und zugleich Symbol ihres Scheiterns“. Die Mauer habe sich, für alle sichtbar, gegen das eigene Volk gerichtet, sagte das deutsche Staatsoberhaupt und mahnte, auch heute dürften diejenigen nicht allein gelassen werden, die für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte kämpften. Die Mauer „verlangt von uns, dafür zu sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt“.

 

Die DDR-Staatsführung ließ die rund 43 Kilometer lange Mauer durch Berlin und die mehr als 1300 Kilometer lange innerdeutsche Grenze zwischen West- und Ostdeutschland errichten, um die massenhafte Abwanderung in den Westen zu stoppen. Seit 1949 hatten Zehntausende Deutsche die DDR verlassen, weil sie dort keine Zukunft mehr für sich sahen. Mit der Mauer und ihrer schwer bewachten Grenzanlage war dies nicht mehr möglich. Wer dennoch eine Flucht riskierte, spielte mit seinem Leben: Bis zur friedlichen Revolution, die im November 1989 die Mauer zu Fall brachte, wurden rund 71.000 Menschen in der DDR wegen Fluchtversuchen zu Haftstrafen verurteilte. Mehr als 1.000 Menschen kamen bei dem Versuch ums Leben, die Mauer oder die innerdeutsche Grenze zu überwinden.

 

Heute erinnern alleine in Berlin mehrere Gedenkstätten und Museen an die Berliner Mauer und ihre Geschichte. Zu den bekanntesten neben der Gedenkstätte Berliner Mauer gehören das Mauermuseum am ehemaligen Ost-West-Grenzposten Checkpoint Charlie, die East Side Galerie – ein von mehr als 100 Künstlern gestalteter Mauerabschnitt von 1,3 Kilometern Länge –, die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, die an die Haftbedingungen zu DDR-Zeiten erinnert, sowie der Berliner Mauerweg, der sich entlang der ehemaligen Grenzanlagen als Rad- und Wanderroute erstreckt. Im Jahr 2011 informiert die Webseite www.50jahremauerbau.de über die Vielzahl von Veranstaltungen zum Thema.

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13.08.1961: Bau der Berliner Mauer