Die Welt des „Alten Fritz“
Aufgeklärter Monarch, kultureller Feingeist und kriegerischer Feldherr: Friedrich der Große (1712-1786) gehört mit seiner facettenreichen Persönlichkeit zu den herausragendsten und zugleich umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte. Wie nur wenige Zeitgenossen bestimmte der Preußenkönig das Schicksal Europas im 18. Jahrhundert. Er führte Kriege gegen Frankreich, Österreich und Russland. Er schrieb Gedichte, musizierte, philosophierte – und steht für Historiker als Repräsentant eines neuen Staatstyps, des aufgeklärten Absolutismus.
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(© Michael Lüder/SPSG)
Zum 300. Geburtstag Friedrichs II. im Jahr 2012 zeigt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) vom 28. April bis 28. Oktober die vielen Gesichter Friedrichs des Großes in einer großen Jubiläumsausstellung in Potsdam. Als Schauplatz wurde das größte und prunkvollste von Friedrichs Schlössern ausgewählt: das Neue Palais. Der Preußenkönig ließ das Schloss (Foto) mit mehr als 900 Zimmern nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) als Symbol seiner Macht in Rekordzeit errichten.
In mehr als 70 Sälen des Neuen Palais – von denen viele erstmals und nach aufwendiger Restaurierung zugänglich sind – und im Schlosspark Sanssouci ist die Ausstellung unter dem Motto „Friederisiko“ zu sehen. Sie nimmt Besucher mit auf einen historischen Rundgang, bei dem sie den risikofreudigen Monarchen, der am Ende seines Lebens im Volksmund der „Alte Fritz“ war, mit seinem widersprüchlichen Charakter und seiner Weltsicht neu entdecken können. Mit 6000 Quadratmetern und rund 500 Objekten ist „Friederisiko“ die größte von der SPSG je gezeigte Ausstellung. In zwölf Themenwelten gegliedert, gibt sie einen Einblick in den Alltag Friedrichs des Großen und veranschaulicht seine Einstellungen zu Politik, Religion, Musik und Philosophie genauso wie seine sonderbare Liebe zu Tieren: Von Friedrichs letztem Pferd Condé ist das Skelett des Wallachs ausgestellt.
Unter dem Titel „Friedrich der Große – verehrt, verklärt, verdammt“ zeigt das Deutsche Historische Museum in Berlin bis zum 29. Juli 2012 eine weitere Ausstellung, die einen umfassenden Blick auf das Nachleben Friedrichs in Kunst, Politik und Gesellschaft wirft.
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