Der Deutsche Film I: Pionierwerke, Stummfilm und früher Tonfilm. 1895 – 1933.

Metropolis Bild vergrößern Metropolis (© dpa / picture-alliance) Der Deutsche Film blickt auf eine lange Tradition zurück und hat die Frühphase der bewegten Bilder entscheidend mitgeprägt. Kürzlich erst wurde Fritz Langs „Metropolis“, ein Sciencefiction Film von 1927, als erster und einziger Film überhaupt ins Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Die Geschichte des Deutschen Films beginnt am 1. November 1895, als die Brüder Skladanowsky im Berliner Wintergartenpalais Kurzfilme zeigten. Zum Durchbruch kam es jedoch erst ab 1910. Mit dem Aufkommen neuer Technik wurden längere, handlungsgetragene Produktionen realisierbar. Die Werke Paul Wegeners, Max Reinhardts oder Ernst Lubitschs gelten in diesem Kontext als Pionierleistungen. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges setzte ein starker Aufschwung im Bereich Filmproduktion ein. Neben den sachlich weniger bedeutenden, aber kommerziell erfolgreichen Unterhaltungs-, Abenteuer- und Kriminalfilmen erlangten andere, künstlerisch und ästhetisch zur Avantgarde zählende Filme, Weltruhm. Besonders hervorzuheben ist der „Deutsche Expressionismus“.

 

Das Cabinet des Dr. Caligari Bild vergrößern Das Cabinet des Dr. Caligari (© dpa / picture-alliance) 1919 schuf Robert Wiene mit seinem Film „Das Cabinet des Dr. Caligari“ ein Meisterwerk des Gruselfilms, in welchem der expressionistische Kunststil der Künstlervereinigung „Die Brücke“ aufgegriffen wurde. Die Geschichte handelt vom Schausteller Dr. Caligari, welcher den Schlafwandler „Cesare“ auf dem Jahrmarkt ausstellt und diesen für eine Reihe von Verbrechen instrumentalisiert. Ein weiterer Stummfilmklassiker ist „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“. In diesem Spielfilm von 1922 erzählt Friedrich Wilhelm Murnau die Geschichte des Grafen Orlok, welcher aus Transsylvanien ins fiktive Wisborg reist und dort als Vampir Angst und Schrecken verbreitet. Nosferatu gilt als einer der ersten Horrorfilme und wirkte stilbildend auf das Genre.

Die Abenteuer des Prinzen Achmed Bild vergrößern Die Abenteuer des Prinzen Achmed (© dpa / picture-alliance) Auch im Bereich des phantastischen Films trug die Weimarer Republik mit Werken wie „Der Golem, wie er in die Welt kam“ (1920) von Paul Wegener, sowie dem Animationsfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ (1926) von Lotte Reininger zur Filmkultur bei. Zu weiteren Genres entwickelten sich die „Neue Sachlichkeit“ und der „Kammerspielfilm“, welcher in Friedrich Wilhelm Murnaus „Der letzte Mann“ (1924) seinen Höhepunkt fand. In diesem Film wurde zum ersten Mal die Technik der Kamerafahrt angewandt.

 

Mit dem Aufkommen des Tonfilms vollzog sich eine enorme Umwälzung. Da Synchronisation technisch noch nicht möglich war, wurde der Absatzmarkt für deutschsprachige Filme deutlich eingeschränkt. Trotzdem behauptete der frühe Deutsche Tonfilm seine Position. Werke wie Josef von Sternbergs „Der blaue Engel“ (1930) oder die Verfilmung von Bertholt Brechts „Dreigroschenoper“ (1931) waren auch international erfolgreich.  

 

 

 

© AA - Tobias Silva Makel

Der Deutsche Film I: Pionierwerke, Stummfilm und früher Tonfilm. 1895 – 1933.