Berlinale 2012: Eine politisch sensible Bühne des internationalen Films

Mit mehr als 300.000 verkauften Karten und fast 400 Filmen in zehn Tagen ist die 62. Berlinale (9.-19.2.2012) zu Ende gegangen. Höhepunkte der internationalen Filmfestspiele zum Abschluss waren ein Publikumstag und die große Gala mit der Preisverleihung im Berlinale Filmpalast, zu der viele internationale Filmstars kamen. Im Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären waren in diesem Jahr insgesamt 18 Filme vertreten. Für viele überraschend ging der Goldene Bär an zwei Regie-Altmeister aus Italien: Für ihr Gefängnisdokudrama „Cäsar muss sterben“ bekamen die Brüder Paolo und Vittorio Taviani von der internationalen Jury unter dem Vorsitz des britischen Regisseurs Mike Leigh den Preis für den besten Film. Erfreulich für den deutschen Film, der drei Produktionen im Wettbewerb hatte: Der Silberne Bär für die beste Regie ging an Christian Petzold. Die Preise für die besten Hauptdarsteller gingen an die Kongolesin Rachel Mwanza im Kindersoldatendrama „Rebelle“ und an den Dänen Mikkel Boe Følsgaard für seine Rolle im Kostümfilm „Die Königin und der Leibarzt“.

Regiepreis für Christian Petzold Bild vergrößern Regiepreis für Christian Petzold (© picture alliance / dpa)

Insgesamt präsentierte sich die Berlinale 2012 mit Filmbeiträgen über den arabischen Frühling sowie über die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima erneut als gesellschaftskritisches Festival. Entsprechend positiv fiel auch die Bilanz von Kulturstaatsminister Bernd Neumann aus: Die Berlinale habe als politisch sensible Bühne des internationalen Films berührende und eindringliche Einblicke in die Welt ermöglicht. Ein besonderer Moment des Festivals war die Verleihung des Goldenen Ehrenbären an Oscar-Gewinnerin Meryl Streep, die in Berlin ihren neuen Film „Die eiserne Lady“ vorstellte. Als Regisseurin präsentierte sich außerdem Hollywoodstar Angelina Jolie auf der Berlinale 2012. Mit ihrem Regiedebüt über den Balkankonflikt „In The Land Of Blood And Honey“ wurde das neue Berlinale-Kino im Haus der Berliner Festspiele eröffnet. Schließlich überraschte Teenie-Idol Robert Pattinson zum Abschluss der Berlinale seine Fans: Am Roten Teppich ließ er hunderte von Freikarten für eine zusätzliche Vorführung seines neuen Films „Bel Ami“ verteilen.

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