„Ob Sie in Dubai googlen oder in Iowa Freunde bei Facebook kontaktieren – gehen Sie einfach mal davon aus, dass die Daten über Frankfurt laufen“, sagt Frank Orlowski von der Initiative Digital Hub FrankfurtRheinMain. Denn in der Mitte der Bundesrepublik hat sich mit dem Deutschen Commercial Internet Exchange (De-Cix) der größte Internetknoten der Welt etabliert. Stark vereinfacht muss man sich diesen Kosmos so vorstellen: Die Erde umspannt ein gigantisches Kabel- und Satellitennetz, das durch Knoten miteinander verbunden ist. Die Knoten sind Rechenzentren. Dort stehen die Rechner der großen internationalen Telefongesellschaften, Suchmaschinen oder Sozialen Netzwerke, um sicher und an einem neutralen Ort Daten auszutauschen, denn das globale Internet besteht aus 45.000 Teilnetzen. Frankfurt am Main ist ein Zentrum der Rechenzentren. In diesen von außen meist unscheinbaren, aber hoch gesicherten Gebäuden laufen die Daten zusammen.
Schon heute fließen zu Spitzenzeiten über 2,5 Terabit pro Sekunde an Daten über die digitale Drehscheibe in Frankfurt. Künftig will die Betreiberfirma De-Cix sogar durch die neue sogenannte „Apollon-Technologie“ eine Plattform bieten, die für eine Datenübertragung mit 100 Gigabit pro Sekunde (kurz: 100G) ausgelegt ist.
Aber warum ist Frankfurt der digitale Drehpunkt? Die Geschichte geht zurück auf das legendäre Fernkabel „308“. Es verband seit Anfang der 1940er-Jahre Berlin, Hamburg, Frankfurt und München in Form einer „8“ und hatte seinen Knoten am Fernmeldeamt 1 in Frankfurt. Auch die Wiege von De-Cix liegt in Frankfurt. Mitte der 1990er-Jahre stöpselten die Gründer im ehemaligen Telegrafenamt der Stadt die Leitungen so um, dass E-Mails nicht erst zweimal den Atlantik überqueren mussten. Die Deutsche Telekom steuert heute noch ihren weltweiten Sprach-, Internet- und Datenverkehr in ihrem International Network Management Center unter dem Frankfurter Fernmeldeturm. Ein gigantischer 70-Quadratmeter-Bildschirm im Kontrollraum erinnert an die Nasa und zeigt die Betriebszustände des weltweiten Netzes 24 Stunden an sieben Tagen der Woche an.
Welttag der Telekommunikation und Informationsgesellschaft am 17. Mai
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